Geschichte der Glocken

Wehrkirche PestbildDas erste Geläut in unserem Ort erschallte vermutlich, als im 12. Jahrhundert mit der Anlage des Waldhufendorfes Rotgerswalde (Rückerswalde) auch der Vorgängerbau unserer heutigen Wehrkirche errichtet wurde. Möglicherweise bestand es nur aus einer einzigen Glocke.

Mit dem Ausbau zur Wehrkirche zwischen 1457 und 1460 kamen neue Glocken in den Turm und in den damals neu errichteten Dachreiter. Mit Sicherheit wissen wir heute, dass vor dem Jahr 1823 bereits drei Glocken existierten, denn damals bestellte die Kirchgemeinde ein neues Geläut aus drei Bronzeglocken bei der Glockengießerei Schröttel in Dresden, und dafür wurden drei alte Glocken in Zahlung gegeben. Das neue Geläut wurde im Jahr 1824 gegossen und eingebaut.

Doch diese Glocken konnten nicht einmal hundert Jahre überdauern. Ab 1917 wurde in Sachsen etwa die Hälfte aller Bronzeglocken für die Rüstungsproduktion des Ersten Weltkrieges beschlagnahmt und eingeschmolzen. Meist wurde den Kirchen nur eine einzige Glocke belassen. Großrückerswalde verlor die große und die mittlere Glocke sowie die sogenannte Saigerschelle. Zurück blieb lediglich die kleine Glocke. Die Bronze der übrigen Glocken ging in Form von Granaten und anderem Kriegsgerät auf und ist auf den Schlachtfeldern von Verdun und an anderen Kriegsschauplätzen geblieben. Nach dem Krieg wurden eilig drei Ersatzglocken aus Eisenhartguss angefertigt – einem Ersatzmaterial, denn Bronze war nach dem Krieg nicht zu bekommen.

Seit 1919 bis heute dienen sie als Hauptgeläut. Die kleine bronzene Glocke, die der Beschlagnahmung von 1917 entgehen konnte, wurde später zur Saigerschelle umfunktioniert und in den Dachreiter gehängt, wo sie bis heute die Stunden schlägt.


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